Gratuliere, lieber Almwirtschaftsverein, zum 75er!

… „Wes Brot ich ess, des Lied ich sing.“ Oder etwas weniger poetisch: „Beiß nicht die Hand, die dich füttert!“ Diese Sprichwörter kommen mir unweigerlich in den Sinn, als ich darangehe, diese Kolumne zum 75-Jahr-Jubiläum des Almwirtschaftlichen Vereins zu schreiben.

Denn auch wenn ich nicht direkt auf der Payroll des Vereins stehe: Ohne ihn stünde es wahrlich nicht besonders gut um den Almfuchs. Muss ich mich deshalb als Bauchpinsler oder Schreibknecht bewähren? Muss ich zu allem „Ja und Amen“ sagen, was von der Vereinsführung kommt?

Gott sei Dank: Nein!

Und genau das ist vielleicht das schönste Kompliment, das ich dem Almwirtschaftlichen Verein zum 75er machen kann. Er lässt mich nicht nur meine Arbeit als Almfuchs machen – er schätzt mich gerade auch dafür, dass ich eine eigene Sicht auf die Dinge habe und damit nicht hinter dem Berg halte. Dass ich bei heiklen Themen nicht reflexartig „derselben Meinung“ bin, sondern nachfrage, Diskussionsbedarf einmahne und manchmal bewusst die Perspektive von außen einbringe.

Dass ich das darf, ohne dass mir gleich jemand auf die Finger klopft, ist für mich ein Zeichen von Größe. Und nicht zuletzt deshalb, schätze ich den Almwirtschaftlichen Verein außerordentlich.

Vor allem aber natürlich für seinen unermüdlichen Einsatz im Dienste unserer Almen und die daraus resultierenden beeindruckenden Erfolge!

Ich möchte mich an dieser Stelle von Herzen bedanken – beim unglaublich engagierten Obmann ebenso wie bei seinen Stellvertretern und allen Funktionärinnen und Funktionären, mit denen ich in den vergangenen Jahren zu tun hatte. Für Offenheit, Vertrauen, Unterstützung und die Bereitschaft, auch einmal Ein- und Widerspruch auszuhalten.

Denn ein Almfuchs, der nur das wiederholt, was seine „Futtergeber“ hören wollen, wäre wenig glaubwürdig. Das Wiederkäuen überlassen wir lieber unseren geliebten Almkühen.

Also lieber Almwirtschaftlicher Verein: Gratuliere zum 75er! Bleib streitbar, offen und selbstbewusst. Und lass dir das Fell vom Almfuchs auch in den nächsten 75 Jahren gelegentlich gegen den Strich bürsten.

Unser Almfuchs hat noch mehr zu erzählen:

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