Österreichs Almgebiete im Zahlenvergleich

Zum Ende der heurigen Almsaison ist Zeit zurückzublicken: Wo liegen die meisten Almen, wie viele Hirtinnen gibt es, wo weiden die meisten aufgetriebenen Tiere. Zahlen, Daten, Fakten rund um die Almenregionen Österreichs: vom Ländle bis nach Niederösterreich.

Der Almsommer ist gerade zu Ende gegangen. Mit den Bildern der Almabtriebe im Kopf lässt sich unten im Tal gut durchschnaufen und ein Blick auf gesammelte Daten werfen. Statistiken der Almwirtschaft Österreich spiegeln die einzigartige Vielfalt des alpinen Lebensraums wider und halten interessante Erkenntnisse bereit. Die heimische Almwirtschaft in Zahlen von 2000 bis 2020:

Rund 8000 Almen gibt es derzeit in ganz Österreich. In den vergangenen zwanzig Jahren ist ihre Anzahl um 1080 gesunken. Die so genannte Behirtung ist allerdings auf fast 5000 Betriebe gestiegen. Rund 500 mehr Hirtinnen sind im Zwanzigjahresvergleich österreichweit gezählt worden, insgesamt waren es 2020 7.205 Viehhüterinnen. Die Almkatasterfläche ist hingegen nahezu gleichgeblieben und liegt bei rund 937.500 Hektar.

Weniger Kühe, mehr andere Tiere

Die Zahl der auf die Alm gebrachten Rinder ist in den letzten zwanzig nur geringfügig zurückgegangen: auf fast 302.000 im Jahr 2020 (davon knapp 50.000 Milchkühe), 2000 waren es insgesamt über 320.000. Jeweils mehr Pferde (mehr als 10.000), Schafe (rund 110.400) und Ziegen (mehr als 12.500) sind auf die Bergwiesen getrieben worden. Die meisten Tiere befinden sich auf Tiroler und Salzburger Almgebieten, wo es auch zahlenmäßig die meisten Almwirtschaften gibt.

Den Hauptanteil (67 Prozent) machen österreichweit Galtvieh-Almen mit Jungvieh (Kühe bis zur ersten Abkalbung, Stiere und Ochsten unter zwei Jahren) aus. Rund ein Fünftel der Almen werden mit gemischtem Tierbestand geführt. Melkalmen machen rund 7 Prozent aus, reine Schaf- und Pferdealmen sind selten.

Bundesländer im Vergleich

Ein Blick auf die Bundesländer lässt spannende Unterschiede erkennen. Tirol mit seiner Almfläche und dem Viehbestand ist dabei die größte Almregion. Insgesamt liegen die meisten Almen zwischen 1.300 Metern bis 1.700 Metern Seehöhe – sie werden als Mittelalmen bezeichnet.

In Vorarlberg wurden 2020 etwas über 500 Almen bewirtschaftet. Die Almkatasterfläche beträgt ca. 48.000 Hektar. Damit machen Alpflächen, wie es in Vorarlberg heißt, rund 40 Prozent der Landesfläche aus. Der Großteil der aufgetriebenen Tiere ist traditionell Rinder. Die mehr als 8.000 Milchkühe, die jährlich auf die Alm kommen, stellen fast ein Drittel des gesamten Milchkuhbestandes dar.

In Tirol ist rund ein Drittel der Landesfläche als Almfläche ausgewiesen, 2020 waren es gesamt über 340.000 Hektar. Etwas über 2.000 Almen sind dokumentiert, davon fast 970 Mittel- und beinahe 800 Hochalmen – so viele wie sonst nirgends in Österreich. Jedes Jahr weiden mehr als 100.000 Rinder in Tirols Almregionen, das ist einzigartig in Europa. Keine andere Region zählt mehr Almkühe. Der Anteil an Milchkühen (rund 31.000) macht laut Tiroler Bauernzeitung mehr als 60 Prozent aller österreichischen Almkühe aus. Mit mehr als 3000 Hirtinnen und Hirten gibt es in Tirol doppelt so viele wie in Salzburg. Ein besonderes Detail: Die Anzahl an Ziegen – 2020 waren es fast 7.000 – hat sich im Zwanzigjahresvergleich nahezu verdoppelt. Rund 2,5 Prozent der Almfläche werden im Winter übrigens zur Skipiste.

In Salzburg ist die Zahl der Almen seit dem Jahr 2000 um lediglich rund 45 zurück gegangen, auf insgesamt 1.750 Betriebe mit mehr als 65.000 Rinder (davon 8.515 Milchkühe). Die meisten Almen – fast die Hälfte der Gesamtzahl, finden sich im Pinzgau. Am häufigsten kommen in Salzburg Mittelalmen vor. Insgesamt machen die Flächen ca. ein Viertel der Landesfläche aus.

In Kärnten
hat es 2020 rund 1.820 Almen gegeben, mehr als die Hälfte liegen auf einer Seehöhe zwischen 1.300 Metern bis 1.700 Metern und sind daher Mittelalmen. Im Möll- und Maltatal sind die größten und höchstgelegenen Almen zu finden. Rinder machen mit über 45.000 Stück den größten Tierbestand aus, davon sind rund 1200 Milchkühe.

In der Steiermark ist die Zahl der Almen in den letzten zwanzig Jahren um rund 600 zurückgegangen und liegt derzeit bei etwa 1.600 Betrieben, wovon die meisten Mittelalmen und Niederalmen (bis zu 1.300 Metern Seehöhe) sind. Durchschnittlich sind in den steirischen Regionen die Almen rund 60 Hektar groß (davon 21 Hektar Almfutterfläche). Hirtinnen sind in etwa gleich wie viele unterwegs als noch 2000, die Behirtung erfolgt auf rund 800 Almen. Um fast 10.000 Rinder ist die Gesamtzahl seit 2000 zurückgegangen. Aufgetrieben werden aktuell rund 42.500, fast 800 davon sind Milchkühe.  

In Oberösterreich
gibt es in den 6 Almregionen mehr als zehn Mal weniger Betriebe als in Tirol, 2020 waren es 180. Es dürfte nicht überraschen, dass die meisten als Niederalmen gelistet werden. Die Hochalmen lassen sich an einer Hand abzählen. Entsprechend klein sind die aufgetriebenen Viehbestände: 2020 waren es auf den Almen 4665 Rinder (aller Altersklassen, davon 39 Milchkühe), 902 Schafe, 51 Ziegen, 78 Pferde. Doch die Gesamtalmfläche macht rund ein Viertel der Landesfläche aus. Besonders hoch (75%) ist der Anteil an Waldweidefläche. Zudem ist fast jede siebte Alm aufgrund schwierigen Terrains unerschlossen.

Niederösterreich ist zahlenmäßig die kleinste Almregion Österreichs. 75 Almen wurden 2020 gezählt, der Großteil liegt – geografisch wenig überraschend – unter 1.300 Metern Seehöhe. Immerhin sind zwei Hochalmen dokumentiert. Die Almkatasterfläche hat 2014 fast 8.000 Hektar betragen. Etwas mehr Rinder als in Oberösterreich werden auf die Almen getrieben (4.836, davon lediglich 21 Milchkühe). Rund 100 Hirtinnen versehen ihren Dienst in Niederösterreich.