Die Wanderer kommen dabei in den Genuss der wunderschön blühenden Almwiesen, die je nach Alm und je nach Höhenlage, Boden, Bewirtschaftung und Witterung ganz unterschiedliche Gräser, Kräuter und Pflanzenarten beheimaten. Viele dieser Pflanzen lassen sich auf zahlreichen Almflächen entdecken und sind quer durch das Land bei den Almwanderungen zu bestaunen: Glockenblume, Alpenrose, Arnika, Frauenmantel und Enzian.
Glockenblume: Farbtupfer und Nahrung für Insekten
Eine der auffälligen Pflanzen, die auf Almwiesen im Sommer zu sehen sind, ist die Glockenblume. Mit ihren violetten bis blauen Blüten bringt sie Farbe auf die Wiesen und ist vielen Wanderern sofort vertraut. Was jedoch die wenigsten wissen: Die Glockenblume steht beispielhaft für Pflanzen, die nicht nur schön anzusehen sind, sondern auch eine bestimmte ökologische Funktion erfüllen. Denn die Glockenblume bietet den Insekten wichtige Nahrung und leistet damit ihren Beitrag zur besonderen Vielfalt auf den heimischen Almen.
Alpenrose: Wenn die Hänge in kräftigen Farben leuchten
Besonders prägend für viele Alm- und Berglandschaften ist die Alpenrose. Charakteristisch für sie sind ihre kräftigen Rosa- und Rottöne, in die sich auf den Almen dann schon ganze Hänge einfärben können. Die Alpenrose kommt meist in höheren Lagen vor und wächst vor allem auf sauren Böden. Nicht selten dient die Alpenrose aufgrund ihrer beeindruckenden Farben auch als Fotomotiv für die Wanderer, um die Schönheit der Almwanderung auch für später festzuhalten.
Arnika: Bekannt, wertvoll und unter Naturschutz
Zu den bekanntesten Pflanzen des Bergsommers zählt auch die Arnika. Sie fällt vor allem durch ihre gelb-orangen Blüten auf und ist vielen Menschen auch als Heilpflanze, beispielsweise in Salben, ein Begriff. Noch etwas macht die Arnika so besonders. Denn die Echte Arnika steht in Österreich unter strengem Naturschutz und darf genau genommen in der freien Natur nicht gepflückt werden. Das Pflücken ist grundsätzlich verboten.
Frauenmantel: Unscheinbar, aber typisch für die Alm
Anders als die bisher genannten Pflanzen verhält sich der Frauenmantel. Diese Pflanze sticht nicht sofort ins Auge, weil sie nicht durch starke kräftige Farben, sondern durch ein sattes Grün gekennzeichnet ist. Viele Menschen kennen Frauenmantel aber vor allem deshalb, weil sich nach Regen auf den Blättern auffallend dicht die kleinen Wassertropfen sammeln. In der Naturheilkunde wird der Frauenmantel traditionell als Heilpflanze geschätzt.
Enzian: Das Symbol der Bergwelt
So schön alle unterschiedlichsten Pflanzen auf Österreichs Almen auch sind, an die Bekanntheit des Enzians kommt wohl keine von ihnen heran. Denn kaum eine Pflanze wird so stark mit der alpinen Landschaft verbunden wie der Enzian. Seine kräftig blauen Blüten gelten vielen als das Symbol für die Bergwelt schlechthin. Je nach Art und Standort blüht Enzian in unterschiedlichen Höhenlagen und zu unterschiedlichen Zeiten, aber die Symbolkraft des Enzians für eine reine, schöne und naturbelassene Berglandschaft ist unvergleichlich. Doch auch beim Enzian gilt: Er ist vor allem zum Anschauen da, denn tatsächlich sind auch hier viele Arten geschützt und sollen nicht gepflückt werden. Wer auf einer Almwanderung jetzt im Sommer in den Genuss kommt, einen Enzian zu entdecken, erlebt ein besonderes Stück alpine Natur, das jedoch nur dann erhalten bleibt, wenn respektvoll mit ihm umgegangen wird.
Warum die Pflanzenwelt auf den Almen viel Pflege braucht
Klar ist: Die Vielfalt an Pflanzen auf den heimischen Almen ist enorm. Gleichzeitig verändert sich die Pflanzenwelt auf den Almen durch Klimawandel, veränderte Vegetationsperioden oder Veränderungen der Nutzung zunehmend. Nicht alle Arten profitieren von den zunehmend wärmeren Bedingungen, längeren Trockenphasen oder intensiveren Niederschlägen.
Damit die Schönheit der Pflanzenvielfalt auf den Almen auch in Zukunft erhalten bleibt, braucht es Pflege, Beweidung und das Fachwissen von Almbauern, Hirten und Sennerinnen. Denn Almwiesen sind nicht nur Naturraum und Erholungsraum, sondern auch eine über Generationen gewachsene Kulturlandschaft.
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