Arbeiten auf einer Senn- oder -Käsealm

…unser Almfuchs erklärt die Arbeitsweise auf Tiroler Sennalmen, auf denen Käse produziert wird

Je nach Teamzusammenstellung bieten Sennalmen die Möglichkeit mehr oder weniger intensiv mit den wichtigsten Almbewohnern, den Kühen nämlich, zusammen zu arbeiten. Mancher „Zusenn“ (oder Beisenn) arbeitet hauptsächlich in der Käserei und hat wenig zu tun mit den Kühen, manch anderer aber hilft sowohl beim Käsen als auch beim Melken. Auf großen Käsealmen gibt es häufig zusätzlich eine Person, die Haushalt, Kochen und oft noch für einen Ausschank verantwortlich ist.

Königsdisziplin der Almarbeit
Das direkte Verarbeiten der Milch auf der Alm, ursprünglich weit verbreitet, wird heute nur noch auf ca. 50 der über 2000 Almen in Tirol gemacht. Die Arbeit auf einer Sennalm oder
-alpe (die meisten dieser Käsealmen befinden sich im Tiroler Oberland, wo der Name Alpe – wie in Vorarlberg – gebräuchlicher ist) zu meistern, ist zweifellos die Königsdisziplin der Almarbeit. Die Käseproduktion ist arbeitsaufwändig, wird dafür aber mit einzigartigen Produkten belohnt.

Almneulinge ohne Erfahrung im Käsen können hier allenfalls als so genannte „Zusenn“ eingesetzt werden. Das heißt jedenfalls beim Käsen und unter Umständen bei entsprechenden Vorkenntnissen auch beim Melken zur Hand gehen. Das verantwortliche Käsen selbst wird nur erfahrenen und ausgebildeten Sennern und Sennerinnen anvertraut. „Schweizer“ ist übrigens ein weitverbreitetes Synonym für Senner/Käser, da es tatsächlich Schweizer in vergangenen Jahrhunderten waren, die die Kunst der Fettkäseherstellung einst nach Tirol gebracht haben.

Gemeinschaftsarbeit ist gefragt
Käsealmen funktionieren praktisch ausnahmslos im Teamwork. Arbeit gibt es mehr als genug und alle müssen sich aufeinander verlassen können, auch in stressigen und körperlich wie psychisch herausfordernden Situationen. Derlei Situationen bleiben – so die Erfahrung unseres Amfuchs‘ – nie aus, auch nicht auf der entspanntesten Alm.

Almarbeit läuft trotz bester Rahmenbedingungen und eingespieltem Team nie einen ganzen Sommer lang wie am Schnürchen. Dafür sorgen schon die Kühe, eventuell Jungtiere, und auch noch die Schweine, die zur Sennalm typischerweise dazugehören – als dankbare Verwerter der beim Käsen reichlich anfallenden Molke. Ganz zu schweigen von den Unwägbarkeiten, die das Arbeiten mit der Natur, mit Wind und Wetter, unweigerlich mit sich bringt.

Tipp vom Almfuchs für alle, die auf der Alm im Team arbeiten
Die Alm ist in erster Linie ein Arbeitsort. Stell dich darauf ein, dass du Probleme selbst lösen musst. Es kann sein, dass die Anderen nach einem harten Tag keine Lust mehr auf soziale Interaktionen haben und dass es Zeiten geben wird, wo ihr euch auf die Nerven geht. Aber das gemeinsame Meistern von großen Herausforderungen ist äußerst befriedigend und schweißt zusammen.

Vorteile beim Arbeiten auf Sennalmen

  • weites Spektrum an Einsatzmöglichkeiten
  • Praktisches Lernen unter Anleitung almerfahrener Kolleginnen und Kollegen

Nachteile beim Arbeiten auf Sennalmen

  • meist hohe Arbeitsintensität
  • wenig Zeit für Bewegung in freier Natur – im Vergleich zu reinen Jungvieh- bzw. so genannten Galtalmen („galt“ heißt so viel wie „trocken“, es sind also (noch) oder zurzeit nicht gemolkene Rinder)

Informationen zu speziellen Anforderungen je nach Alm-Art

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