Warum Herkunft auf den Almen beginnt

Eine aktuelle Studie der Kronen Zeitung hat Ende Mai das Thema Herkunft nicht nur in die breite Öffentlichkeit gebracht, sondern auch ein klares Ergebnis geliefert: Die klare Mehrheit von 92 Prozent der österreichischen Konsumenten spricht sich für Transparenz bei der Herkunft aus und will wissen, woher das Fleisch im Restaurant kommt.

Und: Gleich 79 Prozent sind für eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung in der Gastronomie und nicht weniger als 77 Prozent glauben nicht, dass Fleisch aus anderen Ländern dieselben Tierwohl-, Qualitäts- und Umweltstandards hat wie österreichisches Fleisch.

Unsere Almen sind der Ursprung vieler heimischer Produkte
Die Ergebnisse sprechen nicht nur für den Bereich Gastronomie eine klare Sprache, sondern zeigen auch das hohe Bedürfnis der heimischen Bevölkerung nach voller Transparenz bei der Herkunft von Lebensmitteln allgemein.

Das Thema ist allgegenwärtiger denn je, weil die Konsumenten immer mehr hinterfragen, wo und unter welchen Bedingungen unser Essen hergestellt wird. Klar ist auch, dass die rund 8.000 Almen in ganz Österreich jene Orte sind, die wie keine anderen das Thema Herkunft sichtbar machen. Mit den Tieren auf den Almweiden, gepflegten Flächen, überschaubaren Kreisläufen sowie hochwertigen heimischen Produkten sind sie auch der Ursprung vieler heimischer Produkte, von Milch über Käse bis hin zu Fleisch und anderen Spezialitäten. Dass hier kontinuierlich hohe Qualität produziert wird, dafür sorgen die rund 8.000 Menschen, die die heimischen Almen am Laufen halten – mit anspruchsvoller, wetterabhängiger Arbeit.

Kennzeichnungspflicht schafft Transparenz und macht Alm-Produkte sichtbarer
Doch genau die so wichtige Herkunft, die eben auch ein Qualitätssiegel bedeutet, ist für Konsumenten im Alltag oft nicht einfach erkennbar. Während im Handel der Ursprung vieler Produkte bereits selbstverständlich angegeben wird, bleibt beim Essen außer Haus meistens offen, woher Fleisch, Milchprodukte oder Eier tatsächlich stammen.

Die verpflichtende Herkunftskennzeichnung würde genau hier ansetzen und nicht nur mehr Transparenz für die Konsumenten schaffen, sondern auch ganz einfach eine Verbindung zwischen Alm, Landwirtschaft und Lebensmitteln hervorstreichen. Es ginge hier nicht darum, dass den Konsumenten vorgeschrieben wird, was sie essen sollen, sondern darum, dass vollständige Klarheit über die Herkunft der Produkte herrscht und die Konsumenten eine bessere Entscheidungsgrundlage haben, was sie essen wollen und was nicht.

Die verpflichtende Herkunftskennzeichnung hätte eine große Bedeutung für die Almwirtschaft und damit für die rund 8.000 Almen in ganz Österreich. Wenn nämlich die Herkunft der Lebensmittel nicht automatisch ausgewiesen wird, führt das zu weniger Sichtbarkeit der Almen, die neben der Lebensmittelproduktion auch Weideflächen sichern, Artenvielfalt fördern und Österreich als Natur-, Genuss- und Tourismusland prägen.

Keine komplizierte Bürokratie notwendig
Kritiker der verpflichtenden Herkunftskennzeichnung bringen immer wieder die überbordende Bürokratie als Gegenargument, warum eine Umsetzung viel zu kompliziert wäre. Doch wer glaubt, dass eine solche Kennzeichnung wirklich voller Bürokratie und komplex sein muss, der irrt. Eine sinnvolle verpflichtende Herkunftskennzeichnung würde bereits mit wenigen Kategorien funktionieren. Schon allein die Einteilung der Produkte Fleisch, Milch und Milchprodukte sowie Eier in fixe Herkunftskategorien wie „Österreich“, „EU“ und „Nicht-EU“ sowie eine freiwillige Angabe der Region würden den Konsumenten mehr Klarheit bringen und gleichzeitig auch der heimischen Almwirtschaft und den Almen mehr Sichtbarkeit geben. Es wären auch keine zusätzlichen Kontrollen notwendig, weil diese von der Lebensmittelbehörde aufgrund der Rückverfolgbarkeit auf dem Lieferschein durchgeführt werden könnten.

Bild: Tirol Werbung, Koopmann Jörg

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