Österreichische Heumilch ist landwirtschaftliches Weltkulturerbe

… die FOA (Food and Agriculture Organization of the United Nations) hat die „traditionelle Heumilchwirtschaft im österreichischen Alpenbogen” zum landwirtschaftlichen Weltkulturerbe ernannt. Die Auszeichnung würdigt die nachhaltige, auf Generationen ausgerichtete Arbeit der Heumilchbäuerinnen und -bauern.

Heumilch ist Weltklasse

Mit diesem Titel zelebriert die ARGE Heumilch Österreich ihre Zertifizierung als „landwirtschaftliches Kulturerbe von globaler Bedeutung“.

Aber was bedeutet das? Welche Verantwortung steckt hinter dem Begriff? Und was ist eigentlich Heumilch?

Heumilch ist laut Definition ….

  • Milch von Muttertieren (Kuh, Ziege, Schaf), die von Milcherzeugern produziert wird, welche sich den Kriterien des Österreichischen Umweltprogramms, der Einhaltung des österreichischen Regulativs für Heumilch, sowie der Einhaltung der Durchführungsverordnung Heumilch, der Durchführungsverordnung für Schaf-Heumilch und der Durchführungsverordnung für Ziegen-Heumilch verpflichtet haben.
  • Alm-/Alpmilch ist Heumilch, wenn auf der Alm/Alpe die Kriterien der ÖPUL-Maßnahme „Alpung und Behirtung“ und das Regulativ für Heumilch eingehalten werden.
  • Bio-Heumilch erfordert zusätzlich die Einhaltung der EU-Bioverordnung
  • AMA-Gütesiegel Richtlinie, Haltung von Kühen bzw. Schaf- und Ziegenhaltung
  • Österreichisches Lebensmittelbuch: Richtlinie zur Definition der „gentechnikfreien Produktion“ von Lebensmitteln und deren Kennzeichnung.
  • Heumilch wird durch artgemäße Fütterung erzeugt. Die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere sind wesentliche Elemente der Heumilchwirtschaft.
Menschen mit Urkunde zum landwirtschaftlichen Kultuerbe

Es gibt also klare Regeln, die eingehalten werden müssen, damit Milch Heumilch ist. Genauso streng schaut die FAO darauf, ob die verlangten Voraussetzungen erfüllt sind, damit die Auszeichnung „landwirtschaftliches Weltkulturerbe“ vergeben wird:

Das potenzielle Weltkulturerbe muss ….

  • ein bemerkenswertes und einzigartiges landwirtschaftliches Produktionssystem sein, das räumlich abgegrenzt ist.
  • einen lokalen Lösungsansatz für Herausforderungen und Problemstellungen liefern.
  • aktuellen Wert besitzen und gefährdet sein; der Erhalt für die Zukunft muss also essenziell sein.
  • seinen Fokus auf dem landwirtschaftlichen Produktionssystem haben, nicht auf dem Produkt.
  • als Gesamtsystem beschrieben sein, inklusive historischem Hintergrund und Bedeutung.
  • ein Vorzeigebeispiel für andere Länder sein und daher von globaler Bedeutung.

Große Bedeutung
Für den Obmann der ARGE Heumilch, Karl Neuhofer, ist diese Auszeichnung „nicht nur eine Anerkennung für die Heumilchbäuerinnen und Bauernsondern auch ein Auftrag zur Bewahrung und Weiterentwicklung dieser nachhaltigen Form der Bewirtschaftung.“

Die Heumilchwirtschaft gilt als reinste und ursprünglichste Form der Milchherstellung, denn die Heumilchkühe bekommen ausschließlich frisches Gras und frische Kräuter bzw. Heu zu fressen. Vergorenes Futter, oder Zusatzfuttermittel sind strikt verboten.

Hauptsächlich kleine Betriebe und familiengeführte Höfe setzen auf die Bewirtschaftung von Grünland. So bleiben Wiesen, Weiden und Almen erhalten und in weiterer Folge kann durch diese Art der Bewirtschaftung die Artenvielfalt gefördert werden.

In Österreich liegt der Heumilch-Anteil der gesamten produzierten Milch bei etwa 15 %. In Europa genügen nur knapp 3 % der erzeugten Milch den Ansprüchen der Heumilch. Dabei produziert eine Heumilchkuh im Schnitt 6000 Liter Milch pro Jahr.

Foto: ARGE Heumlich

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