Besonders betroffen ist der Osten des Landes. Bezogen auf die Bundesländer liegen Niederösterreich und Wien mit einem Defizit von 40 bis 50 Prozent an der Spitze, aber auch die anderen Bundesländer sind von der Trockenheit massiv betroffen. Selbst im Vorarlberger Rheintal sind Defizite von bis zu 50 Prozent gemessen worden, so eine Schätzung des globalen Wetterdienstes Ubimet.
Trockenheit mit mehreren negativen Folgen für die Almwirtschaft
Diese Rekord-Trockenheit hat auch mehrere negative Folgen für die heimische Almwirtschaft. Haben sich Anfang des Sommers noch unzählige Almen damit beholfen, dass um teures Geld und mit vielen Ressourcen Wasser für die Tiere aus dem Tal in die Höhe transportiert worden ist, sieht die Situation Mitte August schon viel dramatischer aus. „So eine Situation wie heuer haben wir noch nie gehabt, weil diese massive Trockenheit nicht nur für die Vegetation, sondern eben auch für die Wasserversorgung dramatische Konsequenzen hat“, sagt dazu Josef Brunner vom Kärntner Almwirtschaftsverein. Die Folge: Der Almabtrieb, der normalerweise von Anfang bis Ende September stattfindet, findet heuer bereits drei bis fünf Wochen früher statt. Und: „Es ist heuer eine flächendeckende Ausnahmesituation, die ersten Almen haben bereits abgetrieben“, sagt Brunner.
Almen und Hütten müssen Ruhetage einlegen oder ganz schließen
Eine andere bittere Wahrheit ist, dass am Ende dieses Rekord-Sommers und nach einem Jahr massiver Trockenheit die ersten bewirtschafteten Almen und Hütten aufgrund der Wasserknappheit schon komplett schließen müssen. Der Grund: Es fehlt schlicht das Wasser, um die Tiere, aber auch die Gäste zu versorgen und beispielsweise die Sanitäranlagen zu betreiben.
Eine dieser Hütten, die Erichhütte am Hochkönig (Pinzgau), musste Mitte August am Wochenende den Betrieb zunächst einschränken, bevor sie wenige Tage später vorübergehend ganz schließen musste. Ludwig Bürgler von der Erichhütte sagte dem ORF, dass der Grund dafür sei, dass die Quelle oberhalb der Alm schon länger ganz trocken sei und Mitte August schließlich gar kein Wasser mehr vorhanden gewesen sei. Er musste Gästen absagen, weil die Versorgung auf der Hütte einfach nicht mehr möglich gewesen ist.
Die Verzweiflung bei den Almbauern im ganzen Land ist groß: In Niederösterreich haben heuer bereits drei Viertel der Almbauern aktiv Maßnahmen gegen die Trockenheit und den Wassermangel ergreifen müssen, heißt es vonseiten des Alm- und Weidewirtschaftsvereins Niederösterreich. Die Almbauern mussten Tiere von den Weiden holen, Futter und Wasser aus dem Tal auf die Almen bringen oder eben sogar Ruhetage einlegen. Betroffen sind bewirtschaftete Almen und Hütten in ganz Österreich und die Rekord-Trockenheit hat auch Auswirkungen auf die Lebensmittelproduktion. Rudolf Nussbaumer von der Dientalm im Pongau etwa geht davon aus, dass es heuer aufgrund der Trockenheit weniger Fleisch und weniger Milch geben könnte, was aber mittelfristig helfen würde, dass sich die Preise wieder erholen.
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