80 Jahre Einforstungsverband: Warum unsere Almen ohne ihn anders aussehen würden

… Was früher überlebenswichtig war, hält unsere Almenlandschaft bis heute am Leben.

Almen, wie wir sie kennen, mit weidenden Tieren, gepflegten Almwiesen und bewirtschafteten Hütten, sind keine Selbstverständlichkeit.

Die Grundlage dieser Kulturlandschaften ist oft ein unsichtbares, aber bedeutsames Fundament, nämlich die sogenannten Einforstungsrechte. Und genau hier kommt der Einforstungsverband ins Spiel.

Was bedeutet „einforsten“ überhaupt?
„Einforsten“ klingt nach Wald und das ist kein Zufall. Historisch gesehen geht es um Nutzungsrechte, denn Bauern durften (und dürfen) Holz aus bestimmten Waldstücken beziehen oder ihre Tiere auf fremden Flächen weiden lassen.

Diese Rechte bestehen oft schon seit Jahrhunderten, sind hauptsächlich mündlich überliefert und später erst niedergeschrieben.

Der Einforstungsverband
Seit mittlerweile 80 Jahren kümmert sich der Einforstungsverband darum, diese Rechte zu sichern und weiterzuentwickeln. 1964 offiziell gegründet, reichen die Wurzeln des Verbandes ins Salzkammergut der 1920er-Jahre.

Heute vertritt der Verband 27 Organisationen mit rund 11.000 Mitgliedern in vier Bundesländern (OÖ, SBG, STMK, T) und ist eine Stimme für all jene, die auf Einforstungsrechte angewiesen sind.

Was macht der Verband?
Die Arbeit des Einforstungsverbandes ist vielfältig. Hier ein Überblick:

  • Beratung: Ob Holzbezugsrechte oder Weiderechte, Mitglieder bekommen Unterstützung bei ganz konkreten Fragen ihres Betriebsalltags. Allein 2025 haben 245 Beratungen stattgefunden.
  • Rechtliche Vertretung: Wenn es um Ablösen, Übertragungen oder Streitigkeiten geht, steht der Verband seinen Mitgliedern zur Seite.
  • Mitgestaltung von Gesetzen: Neue Verordnungen und Gesetzesänderungen werden geprüft, damit die Interessen gewahrt werden.
  • Wissensvermittlung: Vorträge, Versammlungen und Bildungsangebote sorgen dafür, dass Know-how weitergegeben wird.

Und warum ist das für unsere Almen so wichtig?
Ohne Einforstungsrechte und ohne jemanden, der sie schützt, würde es viele Almen in ihrer heutigen Form nicht mehr geben.

Denkt daran:

  • Holzrechte sichern die Versorgung mit Bau– und Brennmaterial.
  • Weiderechte ermöglichen überhaupt erst die Nutzung vieler Almflächen und
  • die Bewirtschaftung hält die Landschaft offen und verhindert Verwaldung.

Ein Blick in die Zukunft
Bei der Generalversammlung zum 80-jährigen Bestehen in Traunkirchen im März 2026 ist der Blick auf das gerichtet worden, was noch vor uns liegt. Obmann Friedrich Spitzer und sein Stellvertreter Nikolaus Lienbacher sind wiedergewählt worden und die beiden wissen: die Herausforderungen werden nicht kleiner.

Klimawandel, Nutzungsdruck, rechtliche Veränderungen, all diese Punkte betreffen auch die Einforstungsrechte und damit unsere Almen.

Der Einforstungsverband zeigt, wie wichtig es ist, das alte Recht nicht nur zu bewahren, sondern in die nächsten Generationen zu tragen. Denn am Ende geht es um mehr, als um Paragrafen „Ohne Eingeforstete würde e s heute viele Almen gar nicht mehr geben“, bringt es LK-Präsident Franz Waldenberger auf den Punkt.

Weitere Beiträge zum Thema Wald, Alm und Wiese gibt’s hier:

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