Insgesamt wurden fünf Herden an diesem Tag von verschiedenen Almen ins Tal getrieben. Den längsten Weg legten die Tiere von der Hansltrettalm bis nach Bruck am Ziller zurück – sie waren bis zu 43 Kilometer unterwegs.
Almabtrieb in einzelnen Regionen drei bis fünf Wochen früher
Der Almabtrieb in Zell am Ziller vom vergangenen Wochenende mit dem traditionellen, feierlichen Empfang der Tiere steht stellvertretend für Tausende Almen im ganzen Land, auf denen gerade oder in den nächsten Wochen die Tiere wieder ins Tal zurück in die Gemeinden getrieben werden. Zwar unterscheiden sich regional die Bräuche dieser traditionellen Feierlichkeiten, der Grundgedanke ist aber überall gleich: Mit dem Almabtrieb wird gefeiert, dass Mensch und Tier gesund von der Alm zurückkehren.
Gewöhnlich findet der Almabtrieb Jahr für Jahr zwischen September und Oktober statt. Aufgrund des außergewöhnlich heißen Sommers und der besonderen klimatischen Bedingungen war heuer der Almsommer jedoch für manche Herden schon deutlich früher als sonst beendet. Mit den traditionellen Almabtrieben geht damit auch ein Sommer der Extreme zu Ende: In Österreich war 2026 der heißeste Sommer seit Beginn der Aufzeichnungen und einer der fünf trockensten überhaupt. Insgesamt fiel österreichweit von Juni bis August rund ein Drittel weniger Niederschlag als im langjährigen Durchschnitt. Noch außergewöhnlicher ist die längerfristige Bilanz: Die vergangenen zwölf Monate waren laut GeoSphere Austria die trockensten seit Messbeginn im Jahr 1850.



© Zillertal Arena
Diese Rekorde sind auch an Österreichs Almen nicht spurlos vorübergegangen. Die außergewöhnliche Hitzewelle führte auch in den Bergen zu rekordverdächtigen Temperaturen und zu akuter Wasserknappheit. Auf zahlreichen Almen musste der Almsommer aufgrund der extremen Trockenheit vorzeitig beendet werden. In einzelnen Regionen mussten die Tiere sogar drei bis fünf Wochen früher als üblich ins Tal gebracht werden.
Umso schöner sind jene Almabtriebe anzusehen, bei denen die Tiere trotz dieser Umstände einen langen Almsommer verbringen konnten. Allein in Tirol stehen in den nächsten Tagen noch einige traditionelle Almabtriebe bevor: Am 3. Oktober werden in Hart im Zillertal die Tiere ins Tal begleitet, am 4. Oktober folgt ein Huamfohrerfestl in Kapfing bei Fügen und einen besonderen Schlusspunkt setzt am 10. Oktober der Hengstalmabtrieb in Ebbs, bei dem die Junghengste des Haflinger-Gestüts Fohlenhof von der Alm zurückkehren.
Wichtige Verhaltensregeln auch beim Almabtrieb einhalten
Klar ist: Nicht nur auf der Alm, sondern auch beim Almabtrieb müssen wichtige Verhaltensregeln im Umgang mit den Tieren eingehalten werden. Wer einen Almabtrieb besucht, sollte ausreichend Abstand halten und die Herden nicht blockieren. Tiere sollten weder gefüttert noch für Fotos angefasst werden. Hunde sind an der kurzen Leine zu führen und von den Herden fernzuhalten. Da Wetter, Futterangebot und Wasserversorgung den Zeitpunkt des Abtriebs beeinflussen können, sollten Besucherinnen und Besucher den jeweiligen Termin kurz vor der Anreise noch einmal überprüfen.
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