… Wohin in der Freizeit, nach Dienstschluss, in den Ferien? Bei der Hitze im heurigen Sommer entweder an den Badesee oder in die Höhe. Also zunächst mal in die Almluft. Unsere Almen sind Ziel und/oder willkommene Zwischenstation auf dem Gipfelgang. Sie öffnen uns Freizeitösterreichern und den Millionen Gästen aus aller Herren Länder wie selbstverständlich ihre großzügigen Arme.
Historisch gesehen sind unsere Almen die Wiege des alpinen Tourismus. Sie bieten, wie es in der Tourismusforschung heißt, das ideale „Setting“. Der nackte Berg, der schroffe Fels, das ewige Eis an sich waren die längste Zeit eher abschreckend. Erst das „vorgelagerte“ Almidyll wusste die betuchten Bürger im 19. Jahrhundert in den grauen Städten anzuziehen. Bis heute sind ihnen die Massen gefolgt und es werden immer mehr.
Und immer weniger wissen, was eine Alm zunächst und vor allem ist: Ein Stück der Natur abgewonnene Kulturlandschaft. Mensch und Vieh haben sich die Alm ertrotzt und es braucht Mensch und Vieh, um sie zu erhalten. Wer weiß das heute noch, wenn keine 3 Prozent der Bevölkerung landwirtschaftlichen Hintergrund haben? Und deshalb die bekannten, leidigen Phänomene, die aus dieser Unwissenheit heraus „passieren“.
Unsere Almen sind offen. Das ist einzig- und großartig (great). Ein USP (Unique Selling Point), ein Alleinstellungsmerkmal. Nirgendwo sonst auf der Welt wird dermaßen schöne Gegend gratis und mit großer Bewegungsfreiheit zur Verfügung gestellt. Das globale Gegen-Modell ist vielmehr die inszenierte Freizeitwelt, mit gelenkten Besucherströmen, künstlicher Infrastruktur.
Damit unsere Almen offenbleiben, braucht es Offenheit auch von Seiten der Gäste unserer Almen. Offene Augen, offener, wacher Geist und ein absolutes Mindestmaß an Selbstverantwortung. Dazu müssen – mehr noch als bisher – alle verantwortlichen Kräfte sich an die ermüdende Arbeit der Bewusstseinsbildung, der Aufklärung machen. Diese bleibt uns nicht erspart.
Alle bisherigen MAGA-Kolumnen unseres Almfuchses gibt’s zum Nachlesen hier:
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