„Alm ohne Wolf“ – Eine realistische Entwicklung?

Beim Alpengipfel Ende Mai in der Wildschönau im Tiroler Unterland diskutieren Expertinnen und Experten mit Vertretern und Vertreterinnen aus Politik, Landwirtschaft und Jägerschaft über die aktuellen Herausforderungen und die Zukunft der Almwirtschaft. Unser Almfuchs hat sich bei diesem Event unter die Leute gemischt, ganz genau zugehört und dann zum Interview gebeten.

Welchen Herausforderungen steht die Almwirtschaft gegenüber? Wie kann ihre Zukunft gesichert werden? Welche Rahmenbedingungen brauchen Mensch und Tier, um weiterhin erfolgreich wirtschaften zu können? Welche Interessenkonflikte gibt es zwischen Tourismus, Kultur und Tradition? Und welchen Risikofaktor stellen Raubtiere dar?

Diese Fragen stellen sich die rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Alpengipfels am 24. Mai 2024 im Bergbauernmuseum z’Bach in Oberau.

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Teil 2 der Interviewreihe: Experte der Landwirtschaftskammer Gregor Grill
Wolfsrisse seien für die betroffenen Vollerwerbsbetriebe existenzgefährdend, ist sich der LK-Experte Gregor Grill sicher. Auch, dass der Wolf immer näher ins Siedlungsgebiet komme, mache den Menschen Angst. Daher könne es nur in eine Richtung gehen, nämlich in die, in der wir eine Almwirtschaft ohne Wolf haben werden.

Sogenannte „No-Go-Gebiete“ sollen demnächst im Siedlungsbereich eingerichtet werden; das kann sich Grill auch für den Alpenraum vorstellen.

„Regelwerk muss sich weiterentwickeln“
Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) ist bereits 30 Jahre alt. Diese Naturschutz-Richtlinie der Europäischen Union dient zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume und der wild lebenden Tiere und Pflanzen.

Grill sieht aber in der Interpretation der FFH-Richtlinie offene Fragen, die in den kommenden Jahren erst beantwortet werden können, entweder durch Entscheidungen der Gerichte oder dementsprechende Regeländerungen.

Schutzstatus des Wolfes?
Die Ankündigung von Ursula von der Leyen, den Schutzstatus des Wolfes senken zu wollen, sieht Grill als Antwort auf die vielen europaweiten Proteste der Bauern und Landwirte. Nur löst ein Aufheben des Schutzstatus nicht das eigentliche Problem.

Kollateralschäden werde es auch weiterhin geben.

Der Umgang mit den Raubtieren wird ein Lernprozess bleiben.

Teil 1 der Interviewreihe am Alpengipfel gibt es hier:

Weitere Beiträge zum Wolf und der Almwirtschaft gibt es hier:

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