Prosit Neujahr, liebe Hirten, Hirtinnen und Bäuerinnen!

… 2026 wird ein Doppel-Jahr. Die UNO ruft gleichzeitig das Internationale Jahr der Weidelandschaften und der Hirten und Hirtinnen aus – und kombiniert dazu das Internationale Jahr der Bäuerinnen. Wo ließe sich diese Kombi besser feiern als auf unseren Almen?

Unsere Almweiden sind zusammen mit der mongolischen Steppe, der afrikanischen Savanne, der südamerikanischen Pampa usw. Teil eines globalen Mosaiks. Eine vielgestaltige, weltumspannende Landschaft, die vom Menschen und seinen wiederkäuenden Partnern geschaffen, gepflegt und immer wieder neu verteidigt wird: gegen Bewuchs und Bürokratie, gegen Raubtiere und Großkapital und vor allem gegen die Illusion, dass Natur ohne Menschen „natürlicher“ sei. Wer jemals eine ehemals gepflegte Alm unter Gestrüpp verschwinden gesehen hat, weiß: Ohne Weidegang wird aus Vielfalt schnell Einfalt.

Genau hier kommen die Hirtinnen und Hirten ins Spiel – diese stillen Helden, die die Wetterberichte vieler Jahre im Gesicht tragen. Sie kennen das Gelände, kennen ihre Tiere, tragen uraltes Wissen in kommende Zeiten. 2026 erinnert uns daran, dass ihre Arbeit nicht tote Folklore ist, sondern – zwar bedrohte -, aber umso lebendigere Zukunft.

Gleichzeitig feiert die UNO die Bäuerinnen. Für mich als Almfuchs längst überfällig! Wie sähe es auf so einigen unserer Almen aus, wenn nicht Frauen im Hintergrund den Laden zusammenhielten? Sie treffen Entscheidungen, bändigen Bürokratie-Monster, ziehen Kälber auf und Kinder groß. Wenn man genau hinhört, sind es oft ihre Stimmen, die den Unterschied machen: leiser vielleicht, aber klarer.

Was beide Themen verbindet? Eine tief wurzelnde Skepsis gegenüber den angeblichen Segnungen eines allzu bequemen Lebens vielleicht? 2026 ist deshalb weniger ein Jubeljahr als eine Einladung: die Alm und die Bauernstube nicht als romantische Postkartenmotive zu betrachten, sondern als Arbeitsraum, Lebensraum, Kulturraum – und als Ort, an dem Frauen und Männer gleichermaßen Zukunft gestalten.

Hier gibt’s einige der bisherigen Kolumnen vom Almfuchs zum Nachlesen:

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