Das Nutztier des Jahres: das Turopolje Schwein

… Gefleckt wie gemalt, robust wie die Landschaft, aus der es stammt: Das Turopolje Schwein ist kein gewöhnliches Nutztier. Als Nutztier des Jahres rückt eine der seltensten Schweinerassen Europas in den Fokus – und damit auch die Frage, warum ihr Erhalt gerade für eine nachhaltige Alm- und Weidewirtschaft so wichtig ist.

Gefleckt, robust und fast verschwunden
Das Turopolje Schwein zählt zu den seltensten Nutztierrassen Europas. Seine auffällige Zeichnung – helle Grundfarbe mit schwarzen Flecken – macht jedes Tier einzigartig. Doch hinter dem markanten Äußeren steckt eine ernste Geschichte: Die Rasse gilt als hoch gefährdet.

Ein Schwein, gemacht für die Alm
Ursprünglich stammt das Turopolje Schwein aus den Save-Auen südöstlich von Zagreb. Über Jahrhunderte war es an eine extensive Haltung angepasst: wetterfest, genügsam und ideal für Weide und Freilandhaltung. Eigenschaften, die es auch für Alm- und Bergregionen besonders interessant machen.

Beinahe ausgestorben
Mit der Industrialisierung der Landwirtschaft verlor das Turopolje Schwein an Bedeutung. Langsame Entwicklung und hoher Fettanteil entsprachen nicht mehr dem Zeitgeist. In den 1990er-Jahren stand die Rasse kurz vor dem Aussterben – zeitweise existierten nur noch wenige Tiere.

Erhalt durch Engagement
Dass das Turopolje Schwein heute noch existiert, ist dem Einsatz engagierter Züchter:innen und Organisationen wie ARCHE Austria zu verdanken. Seit 2001 wird in Österreich eine organisierte Erhaltungszucht betrieben – mit Herdebuch, DNA-Analysen und klaren Zuchtvorgaben.

Qualität statt Masse
Das Turopolje Schwein ist kein Hochleistungstier. Dafür überzeugt es mit hervorragender Fleisch- und Speckqualität, guter Raufutterverwertung und hoher Robustheit. Für Betriebe, die auf Nachhaltigkeit und Regionalität setzen, ist es ein echtes Zukunftstier.

Warum sein Erhalt zählt
Als Nutztier des Jahres steht das Turopolje Schwein stellvertretend für viele bedrohte Rassen. Ihr Schutz bedeutet mehr Biodiversität, lebendige Kulturlandschaften und bewusste Landwirtschaft – auch auf unseren Almen.

Weitere Tierportraits gibt’s hier zu entdecken:

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