Jahreswechsel auf der Alm

… Es ist schon fast ein Running Gag geworden: Sobald der Dezember anklopft, beginnen viele über die Silvesternacht nachzudenken. „Oh, aber heuer wäre es doch mal schön, Silvester irgendwo auf einer Alm zu verbringen …“

Und jedes Jahr wird wieder nichts daraus.

Warum eigentlich?
Der Reiz der Höhenmeter! Silvester auf der Alm ist ein kleines Stück Idylle! Statt lauter Partymeilen gibt’s knirschenden Schnee und statt der Discokugeln leuchtet der Sternenhimmel. Statt Chaos, Discolichtern und Tröten gibt’s Kaminfeuer und Gemütlichkeit.

Wie sieht die Vorstellung aus?
Viele träumen von ungestörter Zeit im Freundes- oder Familienkreis, ohne Stress und ohne große Erwartungen. Die klare Bergluft und die Natur entschleunigen und beruhigen, und die grandiose Aussicht vom Berg ins Tal und damit auf die Feuerwerke machen alles noch spezieller und feierlicher.

Der Jahreswechsel auf der Alm ist ein klares Kontrastprogramm zum Feiern im Tal und macht ihn deshalb so verlockend. Man kann feiern, so viel man will.  Genau so viel wie man will – das bedeutet auch ein Stück Freiheit unter dem Nachthimmel.

Klingt doch toll, oder?
Viele Hütten und Almen sind allerdings schon lange vor Wintereinbruch ausgebucht und reserviert. Denn die, die schon einmal „oben“ gefeiert haben, kommen meist wieder und blockieren so die Termine und Betten.

Kurzentschlossene brauchen meist eine Extraportion Glück, oder sehr viel Spontanität, sollte kurzerhand doch eine Gruppe absagen.

Spielregeln für den Jahreswechsel auf der Alm
So schön eine Silvesterfeier am Berg und in der Natur auch sein kann, genauso wichtig ist es, mit Verantwortung zu feiern. Die Alm ist nämlich keine Party-Zone, sondern Lebensraum vieler Tiere. Daher gilt:

Feuerwerk? Bitte nicht! Was auch im Tal immer öfter verboten wird (vor allem in großen Ballungsräumen), kann auf der Alm schnell gefährlich werden. Durch abgeschossene Feuerwerksraketen besteht akute Waldbrandgefahr.

Zusätzlich sind der Lärm und die grellen Lichter Schrecken und Stress für die vielen Wildtiere. Einige von ihnen können sogar aus ihrem Winterschlaf geweckt werden, was ernsthafte Folgen haben könnte.

Böller und Co. bitte zu Hause lassen! Wer im Almgebiet den Jahreswechsel feiert, setzt statt auf den Schweizer-Kracher besser auf: Wunderkerzen, Fackeln, Laternen oder Kerzen!

Respekt vor der Natur! Drohnenflüge, laute Musik, oder das Geschäft im Gebüsch verrichten? Bitte nicht! Die Alm ist im Winter ein sehr sensibler Ort – gerade Wildtiere können durch Störungen Energie verlieren, die sie für die kalte Jahreszeit dringend brauchen.

Fazit:
Silvester auf einer Alm zu feiern, kann eine wunderbare Erfahrung sein. Wer den Jahreswechsel also auf der Alm feiern will, der sollte einiges bedenken:

  • Frühzeitig anfragen und reservieren. Plattformen wie „Urlaub auf der Alm“ können eine gute Hilfe sein.
  • Anfragen für eine kleine Gruppe erhöhen die Chancen.
  • Verzicht auf Böller und Raketen – schont nicht nur Tiere und Natur, sondern auch den Geldbeutel.

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