… Wasser ist Leben. Quellgebiete waren in meinen Sommern auf der Alm immer Orte, die ich gerne aufgesucht habe. Nicht nur, um mich an heißen Tagen abzukühlen, sondern weil mir die Quellen Geschichten erzählt haben.
Von Verlässlichkeit, vom immer wiederkehrenden Segen – und neuerdings auch von Unsicherheit. Denn was früher als selbstverständlich galt, wird auf vielen Almen zur Managementaufgabe: ausreichend Wasser für Mensch, Tier und Betrieb bereitzustellen.
Mit Kuhaugen betrachtet, ist Wasser schlicht die Grundlage für alles: Stoffwechsel, Immunsystem, Milchleistung, Fruchtbarkeit. Fehlt es, beginnt der Körper zu sparen – und das geht früher oder später immer auf Kosten der Gesundheit.
Die Erfahrung der letzten Jahrzehnte zeigt längere Trockenphasen auf der einen Seite, Starkregen und Sturzfluten auf der anderen. Beides stellt die Wasserversorgung infrage. Quellen versiegen oder schwanken stark, Oberflächenwasser wird bei Unwettern rasch verkeimt. Sauberes Trinkwasser ist aber kein Luxus, sondern Voraussetzung dafür, dass Tiere Krankheitserreger ausscheiden können – und nicht umgekehrt.
Die Frage, ob unsere Rinder überhaupt noch für trockene Sommer gemacht sind, ist unbequem – aber berechtigt. Jahrzehntelang haben wir auf Leistung gezüchtet, weniger auf Robustheit, Hitzetoleranz und dergleichen. Das rächt sich nicht morgen, aber übermorgen. Zucht ist langsam, läuft ihr die Klimaveränderung davon?
Senn-, Melk– oder Galtalm wohin geht der Trend? Neben der Frage nach qualifiziertem Personal, wird das immer stärker davon abhängen, wie gut das Wassermanagement aufgestellt ist. Speicher, Leitungen, Quellschutz, regelmäßige Kontrolle: Das alles kostet Zeit, Geld und Zusammenarbeit. Aber es ist eine Investition in Planungssicherheit.
Das sind enorme Herausforderungen. Jede Generation entscheidet, ob sie ihnen nur zuschaut – oder Lösungen baut. Wasser war immer der Anfang von allem. Sorgen wir dafür, dass es auch auf unseren Almen bleibt.
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