Augen- und Gaumenschmaus finden sich auf der Watschiger Alm | Kärnten

…Eine einzigartige, nur dort wachsende Blume namens Wulfenia und der Gailtaler Almkäse G.U., der ebenfalls nur in dieser Region hergestellt wird: Auf der Watschiger Alm am Kärntner Nassfeld gibt es sowohl viel für das Auge als auch für den Gaumen.

Etwas über 1600 Meter Seehöhe mitten im Skigebiet Nassfeld in den Karnischen Alpen gelegen, ist die Watschiger Alm zu jeder Jahreszeit ein lohnendes Ziel. Zwei ganz besondere Attraktionen hat die Alm im Sommer zu bieten. Einmal den Gailtaler Almkäse GU, den Pächterin Elisabeth Buchacher direkt auf der Alm herstellt und zum zweiten die Blume Wulfenia, die weltweit nur hier am Fuße des Gartnerkofels wächst. Gründe genug für einen Besuch unseres Almfuchses.

Der „Wulfenia-Wanderweg“ führt genauso unmittelbar an der Watschiger Alm vorbei wie im Winter die „Wulfenia-Abfahrt“. Kein Zweifel, der „Star“ hier am Nassfeld ist eine Blume. Das ist auch kein Wunder, denn diese Blume ist weltweit einzigartig nur hier im Schatten des Gartnerkofels anzutreffen. Das zieht Besucher an. Dazu kommen die leichte Erreichbarkeit, ein Wanderwegenetz sowie umfangreiche touristische Infrastruktur in unmittelbarer Nähe. Aber, was wäre das alles ohne das Herzstück dieser Gegend, die Watschiger Alm?

Weil Elisabeth Buchacher mit ihrem jungen Frauen-Team hier heroben die Almwirtschaft am Leben hält, weil ihre 47 Kühe auf den Nassfelder Bergwiesen weiden,, weil dieselben Kühe im Sommer schon die Pisten für den Skibetrieb vorpräparieren, und Milch für den Gailtaler Käse G.U liefern, können sich Besucher ganzjährig an der Gegend erfreuen.

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Sennerin Elisabeth ist Almbäuerin aus Leidenschaft
Elisabeth ist eine Almbäuerin, wie aus dem Bilderbuch. Ich habe sofort das Gefühl, dass sie und ihre Watschiger Alm quasi „Seelenverwandte“ sind, einander gesucht und gefunden haben.

„Ich bin auf einem Bergbauernhof aufgewachsen und bei uns daheim hat es schon immer Milchkühe gegeben, die auf die Almen gekommen sind und dadurch auch immer den Almkäse. Den hat es bei uns bei jeder Jause gegeben. Speck und Käse das war immer da. Ich habe die Ferien mit meinen Geschwistern auf der Alm verbracht, weil wir selbst probieren wollten zu käsen. Das hat uns so gut gefallen, dass wir drei Jahre geblieben sind“, erzählt mir Elisabeth im Videointerview. Das war auf noch einer anderen Alm. Und als sich daraufhin die Option Watschiger Alm auftat, hat Elisabeth zugegriffen.

„Das Schönste ist mit den Tieren zu arbeiten“
„Das Schönste auf einer Käsealm ist mit den Tieren zu arbeiten. Man bekommt von den Milchkühen eine gute Almmilch, die sehr gehaltvoll ist.“ Jetzt greift sie im Almsommer tief in den großen Kupferkessel und fischt zusammen mit ihren Beisennerinnen Alina Kofler und Hannah Pross geschickt mit Hilfe eines Tuches den Käsebruch heraus und füllt ihn in die großen kreisrunden Model für den Gailtaler Käse G.U.

„Das Handwerk der Käserei ist sehr spannend. Die Milch ist ein lebendiges Produkt. Erst während dem Käsen sieht man wie sie sich verhält“, ist Elisabeth voll Leidenschaft für ihre Almtiere, deren Milch und Käse.“

In den kurzen Sprechpausen unseres Interviews macht sich immer wieder ein Lächeln breit auf Elisabeths Gesicht. Ein Lächeln, das so gut zu ihr passt, wie ihre Kühe auf die saftigen Almweiden, wie die Wulfenia ins bunte Bouquet der Almblumen. Es passt vieles zusammen hier auf der Watschiger Alm, das spüre ich. Und es kommt schön in Elisabeths abschließenden Worten zum Ausdruck:

„Der Käseanschnitt, ungefähr zwei Monate nach Beginn der Saison, ist ein besonderer Moment, wenn man die Arbeit schmeckt und riecht – wie der Almsommer geworden ist, das ist immer bezaubernd.“

Von Anfang Juni bis Ende September bewirtschaftet
Die Watschiger Alm wird von Elisabeth und ihrem Team von Anfang Juni bis Ende September bewirtschaftet. Vor Ort wird Gailtaler Almkäse G.U., andere Käsespezialitäten, Schnittkäse, Schotten, Butter und Joghurt produziert, verkauft und serviert. Die Kärntner Frigga, eine gehaltvolle Eierspeise mit Almkäse und Speck, darf ebenfalls nicht fehlen.

Rund um die Almhütte lockt bis Mitte Juli die blühende Wulfenia mit ihren violetten Blüten. Sie ist nur hier am Nassfeld zu finden und steht unter strengem Schutz. Bewundern ist erlaubt, pflücken auf keinen Fall. Die Wulfenia wurde vor rund 200 Jahren von Franz Freiherr von Wulfen entdeckt, wie die Stadtgemeinde Hermagor auf ihrer Webseite aufklärt.

Wer seinen Blick lieber nach oben zu den Bergen richtet, der kann von der Watschiger Alm aus viele Wanderungen rund und auf den Gartnerkofel unternehmen. In unmittelbarer Nachbarschaft findet sich auch die Garnitzenalm. Die Watschiger Alm ist über eine asphaltierte Straße leicht zu erreichen.

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